Eine ehrliche Antwort – mit Zahlen, Fakten und einer Frage, die du dir stellen solltest - bekommst Du hier in diesem Beitrag von mir.
Du bist Friseurgeselle. Du liebst deinen Beruf. Aber irgendwo im Hinterkopf sitzt diese Frage schon eine Weile: Soll ich den Meister machen – oder reicht es auch so?
Es ist eine berechtigte Frage, denn der Meisterkurs kostet Zeit, Energie und auf den ersten Blick auch Geld. Deshalb schauen wir uns das heute einmal genauer an – mit allen Argumenten, die du kennen solltest, bevor du eine Entscheidung triffst.
1. Der Meistertitel ist die Grundlage für deinen eigenen Salon
Fangen wir mit dem offensichtlichsten Punkt an: Wer in Deutschland einen Friseursalon eröffnen und ausbilden möchte, braucht den Meistertitel. Das ist gesetzlich geregelt und seit der Rückkehr der Meisterpflicht im Friseurhandwerk wieder eindeutig festgeschrieben. Und: es wird auch wieder verstärkt kontrolliert. Das bedeutet konkret:
- Ohne Meister kein eigener Salon mit Azubis
- Ohne Meister keine vollständige Betriebsleitung
- Mit dem Meister bist du rechtlich und fachlich die Führungskraft, der Kunden und Kollegen vertrauen
Wer also auch nur im Hinterkopf hat, sich irgendwann selbstständig zu machen – für den ist der Meister keine Option, sondern die einzige Grundlage.
2. Der Meistertitel kostet weniger, als du denkst
Ja, ein Meisterkurs hat seinen Preis. Aber er muss dich längst nicht so viel kosten, wie viele befürchten – denn der Staat fördert ihn aktiv und großzügig.
Über das Aufstiegs-BAföG (früher: Meister-BAföG) kannst du einen erheblichen Teil der Lehrgangskosten und deines Lebensunterhalts fördern lassen. Ein Teil davon ist ein Zuschuss, der nicht zurückgezahlt werden muss. Der Rest wird als zinsgünstiges Darlehen gewährt – und wer nach dem Meister einen Betrieb gründet oder übernimmt, bekommt sogar noch einen Teil des Darlehens erlassen.
Viele unserer Teilnehmer im Studio Weiden sind nach dem ersten Gespräch überrascht, wie erschwinglich der Weg zum Meister tatsächlich ist – wenn man die Förderung richtig nutzt. Es lohnt sich in jedem Fall, das individuell durchzurechnen, bevor man es aus Kostengründen ablehnt.
3. Du verdienst spürbar mehr – auch ohne eigenen Salon
Ein weit verbreitetes Missverständnis: Der Meister lohnt sich nur, wenn man sich auch selbstständig machen will. Das stimmt nicht. Auch als angestellter Friseurmeister bist du auf dem Arbeitsmarkt eine andere Kategorie.
Du übernimmst Führungsaufgaben, bildest Azubis aus, trägst mehr Verantwortung – und wirst dafür besser bezahlt. In Zeiten akuten Fachkräftemangels suchen viele Saloninhaber händeringend nach qualifizierten Mitarbeitern mit Meistertitel. Deine Verhandlungsposition beim Gehalt ist eine völlig andere als ohne.
Und wer irgendwann doch den eigenen Salon führt, bestimmt selbst, was seine Arbeit – und die seines Teams – wert ist.
4. Du darfst ausbilden – und das ist mehr wert als man denkt
Mit dem Meistertitel erhältst du die Ausbildereignung und darfst Lehrlinge ausbilden. Das klingt zunächst nach Verantwortung – und das ist es auch. Aber es ist gleichzeitig eine enorme Chance.
Wer ausbildet, sichert sich langfristig qualifizierte Mitarbeiter, die von Anfang an nach den eigenen Vorstellungen geprägt wurden. Gerade in einer Branche, in der gute Fachkräfte rar sind, ist das ein echter strategischer Vorteil – ob im eigenen Salon oder als Angestellter in einem größeren Betrieb.
5. Der Meister öffnet Türen, die du heute noch gar nicht siehst
Viele, die ihren Meister gemacht haben, berichten im Nachhinein: Die größten Veränderungen waren nicht die, die sie vorher geplant hatten.
Mit dem Meistertitel qualifizierst du dich beispielsweise für:
- Unterrichtstätigkeit an Berufsschulen oder Fachschulen
- Dozententätigkeit bei Weiterbildungen und Seminaren in der Branche
- Betriebsübernahmen – viele Saloninhaber suchen händeringend Nachfolger
- Kooperationen und Franchisemodelle, für die ein Meistertitel Voraussetzung ist
- Fördergelder und Kredite für Gründungen, die ohne Meister nicht zugänglich sind
Der Meistertitel ist nicht nur ein Abschluss. Er ist ein Schlüssel – und du weißt heute noch nicht, welche Türen er dir morgen öffnet.
6. Du wirst ernster genommen – von Kunden, Kollegen und der Branche
Das lässt sich schwerer in Zahlen ausdrücken, ist aber real: Wer „Meister" hinter seinem Namen trägt, wird anders wahrgenommen. Von Kunden, die auf Qualität und Fachkenntnis achten. Von Kollegen, die Respekt zeigen. Von Lieferanten und Partnern, die dich als gleichwertigen Gesprächspartner einordnen.
Das Handwerk hat seinen Grund, warum es den Meistertitel seit Jahrhunderten als höchste Qualifikationsstufe schützt. Er steht für Können, Verantwortung und Verlässlichkeit – und das wird nach außen sichtbar.
7. Du investierst in dich selbst – und das zahlt sich aus
Der Meisterkurs ist nicht nur eine Prüfungsvorbereitung. Er ist eine intensive Zeit, in der du dich fachlich, betriebswirtschaftlich und persönlich weiterentwickelst. Du lernst, einen Betrieb zu führen, Kosten zu kalkulieren, Mitarbeiter zu führen und rechtliche Rahmenbedingungen zu verstehen.
Dieses Wissen nutzt dir – ob du einen eigenen Salon führst, als Meister angestellt bist oder einfach deinen Job noch besser machen willst. Es verändert die Art, wie du deinen Beruf siehst und ausübst.
8. Die 12 Wochen sind machbar – auch wenn du denkst, du schaffst das nicht
Viele zögern nicht aus fehlender Motivation, sondern aus Respekt vor dem Stoff. Betriebswirtschaft, Recht, Berufs- und Arbeitspädagogik – das klingt nach viel. Und ja, es ist intensiv. Aber genau dafür gibt es die Friseurmeisterschule.
Im Studio Weiden bereiten wir dich in 12 Wochen auf alle vier Teile der Meisterprüfung vor – Fachpraxis, Fachtheorie, Betriebswirtschaft sowie Berufs- und Arbeitspädagogik. Alle Fachbereiche aus einer Hand. Lehrkräfte, die selbst aktiv in ihrem Bereich arbeiten und wissen, worauf es in der Prüfung wirklich ankommt. Und ein familiäres Umfeld, in dem du nicht als Nummer behandelt wirst, sondern als Mensch.
Das Ergebnis nach über 50 Jahren Erfahrung: eine Bestehensquote von rund 97 % – eine der höchsten in ganz Deutschland.
Also: Lohnt es sich?
Die ehrliche Antwort lautet: Ja. Fast immer.
Der Meistertitel ist keine Pflicht. Aber er ist eine Investition in dich selbst, die sich auf viele Arten auszahlt – finanziell, beruflich und persönlich. Er gibt dir Möglichkeiten, die du ohne ihn nicht hast. Und er nimmt dir nichts – außer ein paar Wochen Zeit und etwas Schweiß.
Die eigentliche Frage ist deshalb nicht: Lohnt es sich?
Die eigentliche Frage ist: Warum wartest Du noch?


